Großes Arkanum

Der Narr Neuanfang, Spontaneität, Glaube und Selbstvertrauen, Offenbare Dummheit

 

 

 

 

Man muß sich irren, man muß unvorsichtig sein, man muß verrückt sein. Sonst ist man krank. (Brel, Jacques)


Der Narr steht für die spirituelle Suche nach Lebenserfahrung. Er steht für die kindliche Fähigkeit sich in die inneren Zusammenhänge der Welt einzudenken. Er repräsentiert die göttliche Natur der Weißheit. Auf seiner Schulter trägt er anscheinend all seine Besitztümer die er braucht. In seiner rechten Hand hält er eine weiße Rose die für die Würdigung der Schönheit aber auch als ein Symbol der Unbeständigkeit zu sehen ist. Er wird von einem Hund begleitet, welcher als die tierischen Begierden verstanden werden kann oder aber als der Ruf der "wirklichen" Welt. Er kümmert sich anscheinend nicht darum, dass er auf einen Abgrund zuschreitet und ist wohlgemut.

Der Magier Aktivität, Bewusstsein, Konzentration, Energie und Macht

Eine jugendhafte Gestalt in der Robe eines Magiers. Sein Gesicht lächelt und seine Augen strahlen Zuversicht aus. Über seinem Kopf schwebt die Lemiskate, das mysteriöse Symbol der Unendlichkeit, dass man auch als Zeichen des Lebens betrachten kann. Es bedeutet die Unendlichkeit im Erlangen von Spiritualität. In seiner rechten Hand hält er einen Stab der in den Himmel deutet, während er mit seiner linken Hand auf die Erde zeigt. Diese Geste symbolisiert die Fähigkeit die Lücke zwischen Himmel und Erde zu überbrücken. Auf dem Tisch vor ihm, liegen die vier Symbole der Tarotfarben, welche die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer symbolisieren. Darunter sind Rosen und Lilien die als Symbol der Hoffnung gesehen werden können.

 

Die Hohepriesterin Passivität, Unterbewusstsein, Potenzial, Mysterium

Sie hat den Halbmond zu ihren Füßen, ein Diadem mit drei Mondphasen auf ihrem Kopf und ein großes Kreuz auf ihrer Brust. Die Schriftrolle in ihrer Hand auf der das Wort Tora inskribiert ist. Dieses deutet auf das Hohe, das geheime Gesetz. Es wird teilweise von Ihrem Mantel bedeckt. Das deutet darauf hin, dass manche Dinge Andeutungen andere ausgesprochene Tatsachen sind. Sie sitzt zwischen der schwarzen und der weißen Säule des mystischen Tempels König Salomons: J und B teht für Jachin und Boaz. Diese sind das kabbalistische Symbol für die Menschlichkeit. Sie ist eine Hohepriesterin der Kirche der Geheimnisse und repräsentiert die überirdische Mutter.

Die Kaiserin Mutterschaft, Überfluss, Sinne, Natur

Die Kaiserin ist dem Garten Eden untergeordnet. Sie wird definiert als die fruchtbare Mutter und ist ausserdem das Symbol für die universelle Fruchtbarkeit auf Erden und der äussere Sinn des Wortes. Sie repräsentiert die Schöpfung des Lebens, der Romantik, der Kunst des Handels und wird assoziiert mit Venus, der Göttin der schönen Dinge und der Liebe. Sie wird auch interpretiert als Demeter, die Göttin der Fülle und des Wohlstands. Sie ist Spenderin der irdischen Gaben und Besitztümer und ist Königin des Himmels das man am Sternendiadem auf Ihrem Kopf sehen kann. Sie ist die große Göttin, die zeigt, dass durch den Tod, Wiedergeburt und Reproduktion die Welt ständig erneuert wird.

Der Kaiser Vaterschaft, Struktur, Autorität, Regulierung

Er sitzt auf einem Thorn der geschmückt ist mit vier Widdern. Diese symbolisieren das entsprechende Sternzeichen über welches Mars herrscht - die männliche Macht. Er hält ein Szepter und man sieht im Hintergrund Felsen, die auf Erdung und "Festen Boden unter den Füßen" hindeuten. Er symbolisiert die Spitze der weltlichen Hierarchie, das endgültige, männliche Ego als der absolute Herrscher über die Welt. Der Kaiser steht für das männliche Prinzip des irdischen Vaters. Aber davon abgesehen deutet seine Symbolik auf die offenbare Stabilität, welche großen Komfort, Selbstwertgefühl und Energie bringt.

Der Hierophant Erziehung, Glaubenssystem, Konformismus, Angepasstheit

Der Hierophant ist dargestellt mit der rechten erhobenen Hand, welche zwei Finger in den Himmel deuten lässt, was esoterisch als eine Segnung verstanden werden kann. Somit ist er der wahre Papst, der die Brücke zwischen der Göttlichkeit und der Menschlichkeit baut. Er sitzt auf einem Thron zwischen zwei Säulen welche symbolisch für Gesetz und Gerechtigkeit stehen. Er trägt die dreizackige Krone und zu seinen Füßen liegen die Schlüssel der Himmelspforte. Als Priester der die heiligen Mysterien (Eleusis) interpretiert, wird er gewöhnlich als der spirituelle Gegenpart zum irdischen Herrscher betrachtet.

Die Liebenden Beziehung, Sexualität, Persönlicher Glaube, Neugierde

Die Liebenden repräsentieren die Beziehung zweier Menschen zueinander. Sie sind die Verlockung des Herzens und stehen für den Impuls uns aus dem Garten (Eden) zu treiben in Richtung Erwachsensein. Dieser Impuls manifestiert sich als Neugierde und das ungebrannte Verlangen. Aber auch als sexuelle Begierde oder schlicht die Erfüllung von Pflichten. Was immer es sein mag, wenn wir einmal den Weg über die Schwelle des Paradieses geschritten sind, gibt es kein Zurück mehr. Die Liebenden werden auch in Verbindung mit dem Teufel gebracht, denn seine Energie ist absolut notwendig, absolut tödlich. Geliebte und Freunde - jeder lehrt uns und streckt unsere Auffassungsgabe. Jeder dieser kann uns umbringen, jeder dieser unser Herz brechen.

Der Wagen Sieg, Wille, Selbstbehauptung, feste Kontrolle

Eine prinzenhafte Figur sitzt auf einem Wagen in Eile, der von zwei, einer weißen und einer schwarzen Sphinx gezogen wird. Er hält einen Stab und ist bereit für die Eroberung. Der Wagen repräsentiert einen Kampf der mit Willenskraft gewonnen werden kann. Es ist ein Kampf im Äusseren mit klarem Ziel und Plan des Handelns. Um den Kampf zu gewinnen bedarf es Eigenständigkeit, Rechtschaffenheit und Überzeugung und harte Arbeit. Der Wagen folgt den Liebenden. Nach dem Impuls, der den Helden aus dem Garten Eden ausreißen lässt, steigt er auf seinen Wagen um wegzufahren. Der Wagen steht auch für die Möglichkeit durch die Mysterien des Universums zu reisen.

Kraft Selbstkontrolle, Geduld, Mitgefühl, Gelassenheit

Eine ruhige aussehende Frau schließt sanft das Maul eines Löwen. Die Lemiskate schwebt über ihrem Kopf, der mit Blumen geschmückt ist. Die Kraft bedeutet Mäßigung der Haltungen hinsichtlich Schmerz und Gefahr. Weder um jeden Preis vermeidend, noch aktiv danach suchend. Die Interpretation dieser Karte hebt Eigenschaften wie Disziplin und Kontrolle hervor. Der Löwe repräsentiert den ursprünglichen Teil des Gemüts, wogegen die Frau für die erhabenen Teile dessen steht. Die Karte weist auf einen behutsamen Umgang mit der fleischlichen Versuchung hin. Verglichen mit dem Kampf der auf der Karte des Wagens ausgefochten wird, ist dieser Kampf hauptsächlich als innerlich anzusehen.

Der Eremit Selbstbeobachtung, Suche, Führung, Einsamkeit

Die Karte zeigt einen alten Mann der einen Stab in der einen und eine Laterne in der andren Hand trägt. Im Hintergrund ist Ödland. Jenseits dessen ist eine Bergkette zu sehen. Der Eremit hat die Lektionen des Lebens verinnerlicht im Begriff dessen, selbst die Lektion geworden zu sein. Er zeigt die Notwendigkeit sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen um sich mit dem Selbst wohlzufühlen aber auch dem Bedürfnis aus der Isolation herauszutreten und das eigene Wissen mit anderen zu teilen. Er ist die Person die wir treffen, die uns die Einsicht gibt, welche wir benötigen um die versiegelte Höhle zu öffnen. Der Eremit ist der Torwächter der das Hinderniß repräsentiert, welches wir überwinden müssen um uns weiter zu entwickeln.

Rad des Schicksals Vorsehung, Wendepunkt, Bewegung, Persönliche Vision

Das Rad des Schicksals is mit der griechischen Göttin der Antike, Fortuna verbunden. Das Bild zeigt ein achtspeichiges Rad, das von einer sphinxähnlichen halb menschlichen Figur gekrönt ist. Es gibt höllenähnliche Gestalten die das Rad "fahren". Die Buchstaben T-A-R-O kann man entgegengesetzt der Speichen finden. Diese Buchstaben lassen sich zu folgendem Satz kombinieren: ROTA TARO ORAT TORA ATOR, "Das Rad des Tarot verkündet das Gesetz der Hathor" (Hathor, ägyptische Göttin der Liebe). Das Rad enthält auch vier alchemistische Symbole, nämlich die des Salzes, Quecksilbers, Schwefels und des Wassermanns. In den Ecken sitzen vier geflügelte Gestalten; die Evangelisten Matthäus (menschlich), Johannes (Adler), Lukas (Ochse) und Markus (Löwe). Das Rad des Schicksals repräsentiert die Fürbitte um eine willkürliche Möglichkeit auf dem Weg des Narren. Die Karte steht für die Kräfte die unvorhersehbar und plötzlich, helfreich oder hinderlich sein können.

Gerechtigkeit Objektivität, Verantwortung, Entscheidung, Ursache und Wirkung

In der rechten hält Justizia die Waage, Gleichgewicht andeutend; in ihrer linken ein Schwert das für Verantwortung steht. Gerechtigkeit vermittelt zwischen verschiedenen Forderungen des Rechts: der Moral und der Pflicht. In einer Welt verschiedener Meinungen kann nicht jede Forderung erfüllt werden. Theoretisch setzt Gerechtigkeit voraus, das ein System existiert mit dem es möglich ist die verschiedenen Ansprüche objektiv zu beurteilen. Entscheidungen bleiben stets offen, obwohl wir darum hoffen, dass unser Intellekt und unsere Intuition uns zum selben Punkt der Entscheidung und dem ultimativen Gleichgewicht der Gemüter führen. Gerechtigkeit ist traditionell die achte Karte und Kraft, aber um diese besser in die astrologischen Korrespondenzen einzugliedern, hat man Sie ausgetauscht. Die achte Karte ist verbunden mit dem Löwen und die elfte mit der Waage.

Der Gehängte Loslassen, Umkehr, Aufhebung, Opfer

Ein Mann der von einem hölzernen Balken hängt. In diesem Bild ist jedoch eine Doppeldeutigkeit zu erkennen, denn man kann die Karte auch umgekehrt betrachten, womit sich einem die Frage stellt ob der Mann oder die Welt verdreht ist. Es gibt einen Heiligenschein auf dem Kopf des Märtyrers, womit man einen Hinweis auf die Kreuzigung Christi erhält. Besonders zu erwähnen ist auch die Tatsache, dass das Holz lebendig ist, denn man sieht Blätter daran und dass das Gesicht des Mannes verzückt scheint, und er nicht leidet. Die Figur, im Ganzen betrachtet, deutet auf Leben in der Schwebe hin - jedoch Leben und nicht Tod. Die Geschichte seiner höheren Natur ist eingebettet in einen besonderen Symbolismus: nach dem heiligen Mysterium des Todes folgt das glorreiche Mysterium der Wiederauferstehung. Die Zerstörung des Selbst bringt der Menschlichkeit Lebendigkeit und bezieht damit ein, dass das Opfer heiligt.

Tod Ende, Übergang, Auslöschung, Unaufhaltsame Kräfte

Die Karte des Todes stellt ein Skelett in Rüstung dar, welches auf einem Pferd reitet. Eingebettet in das Sterben aller Könige, Bischöfe und Bürger. In seinen Händen trägt das Skelett ein schwarzes Banner das mit einer weißen Rose verziert ist. Dies symbolisiert Leben und Wiedergeburt. Im Hintergrund sieht man die Sonne, die als aufgehend sowohl als untergehend gesehen werden kann und der Fall des Königs repräsentiert die Wichtigkeit des Lebens und Sterbens. Der Bischof steht für den Glauben im Gesicht des Todes, Glaube an den göttlichen Plan und das "Gott auf geheimnisvolle Weise wirkt". Das Mädchen scheint verzweifelt über den Fall des Königs und zeigt damit den Kummer und den großen Schmerz den der Tod mit sich bringt.

Mäßigkeit Harmonie, Ausgleich, Gesundheit, Verbindung

Mäßigkeit ist dargestellt als eine Person die Flüssigkeit von einem Behältnis in ein anderes gießt, welches als eine Verdünnung von Wein mit Wasser angesehen werden kann. Die Person ist ein beflügelter androgyner Engel und steht mit einem Fuß im Wasser mit dem anderen auf festem Boden. Zusätzlich zu ihrer wortgetreuen Bedeutung, ist die Karte Mäßigkeit als ein Symbol der Synthese von Gegenteilen anzusehen. Sie wird auch in Verbindung mit dem hebräischen Buchstaben Samekh gesehen, welchem die Bedeutung für die Hydra, die Wasserschlange zugeschrieben wird. Mäßigkeit ist die Karte die zwischen Tod und dem Teufel steht. Die Karte führt die Seelen der Toten zum (jüngsten) Gericht. Ausserdem steht Mäßigkeit für die Warnung vorbereitet zu sein auf die Konfrontation mit den tiefgehendsten Fragen wer wir sind, wer wir glauben zu sein und wer wir sein werden.

Der Teufel Folter, Materialismus, Beschränktheit, Hoffnungslosigkeit

Der Teufel sitzt auf einem Altar über zwei nackten menschlichen Dämonen - einer männlich, die andere weiblich - beide angekettet zu seinen Füßen. Er ist beflügelt und gehörnt und kombiniert menschliche und tierische Eigenschaften und wird als Satyrähnliche Gestalt abgebildet. Seine rechte Hand ist aufgerichtet und zeigt all Finger, ganz im Gegenteil zum Papst der nur zwei Finger zeigt. In seiner linken Hand hält er eine brenndende Fackel die auf den Boden weist. Ein umgekehrtes Pentagramm ist auf seiner Stirn zu sehen. Er kann auch als die dunkle Seite des Magiers verstanden werden: der Meister der schwarzen Magie. Die Karte repräsentiert unsere Gebundenheit an materielle Werte und unseren Körper und dessen Begierden. Es wird auch auf die Besessenheit der Erfüllung irdischen Verlangens hingewiesen. Weniger wird die Karte mit einer teuflischen Person in Verbindung gebracht.

Der Turm Plötzliche Veränderung, Befreiung, Untergang, Enthüllung

Diese Karte wird als unheilvoll angesehen. Das Gewitter Gottes öffnet das Tor zur Hölle um die rechtschaffend Getöteten aus der Vorhölle zu befreien. Der Turm wurde gerade durch einen Blitz getroffen und steht in Flammen. Die Turmspitze bröckelt und fällt daneben auf den Boden. Zwei Figuren stürzen mit in den Abgrund; mit anderen Worten stehen die Personen selbst in Flammen oder wurden selbst vom Blitz getroffen. Manchmal sind Sie aber auch einfach nur Schaulustige. Der Turm kann gesehen werden als Geißelung des Stolzes und des Intellekts, welche durch das Geheimnis Gottes überwältigt wurde. Die Karte steht für einen Umbruch mit allen Mitteln. Ein Handlungszwang.

Der Stern Hoffnung, Inspiration, Großzügigkeit, Regenerierung

Eine nackte Frau kniet am Wasser. Ein Fuß steht im Wasser, ein Fuß steht auf dem Boden. Über ihrem Kopf scheint ein Stern. In jeder Hand hält Sie einen Krug. Aus dem einen Krug gießt sie Wasser in das Wasser vor ihr, aus dem anderen gießt Sie Wasser auf den Boden. Im Hintergrund erhebt sich der Boden und zu ihrer rechten steht ein Baum auf dem ein Vogel landet. Es ist eine Karte der Hoffnung und kann gesehen werden als Unsterblichkeit und das innere Licht. Der Stern erscheint als ein Art enthüllte Wahrheit, glorreiche und unsterbliche Schönheit, die Wasser der Seele ausgießend und sie aufwiegend mit preislosem Besitz. Die Figur verständigt sich mit den Substanzen des Himmels und der Erde.

Der Mond Angst, Illusion, Fantasie, Fassungslosigkeit

Man sieht zwei große, prophezeiende Türme. Sie können auch als Grabsteine gesehen werden, denn das gleiche Symbol ist auch auf der Karte des Todes zu sehen. Zwei wilde Tiere, ein Hund und ein Wolf, heulen den Mond an während eine Krabbe (der Mond regiert über den Zodiak des Krebses) im Wasser erscheint die an Land krabbelt. Der Mond vergiesst die Feuchte des befruchtenden Taus. Die Figur im Mond schaut finster drein und refelktiert offensichtlich ihr Missbehagen. Die Karte kann betrachtet werden als die Ängste der natürlichen Seele. Es gibt einen Pfad ins Dunkel, in die Ferne. Das Licht des Mondes erleuchtet alles was man im Tageslicht nicht zu sehen vermag.

Die Sonne Erleuchtung, Lebendigkeit, Positive Gefühle, Sicherheit

Diese Karte is generell als positiv anzusehen. Ein Kind reitet auf einem weißen Pferd unter der vermenschlichten Sonne. Es gibt Sonnenblumen im Hintergrund. Das Kind des Lebens hält eine rote Flagge, welche das Blut der Erneuerung repräsentiert. Eine lächelnde Sonne scheint auf das Kind als Symbol der Vollendung. Die Karte wird in Verbindung gebracht mit dem Erlangen von Wissen. Das Bewußtsein setzt sich gegenüber den Ängsten und Illusionen des Unterbewußtseins durch. Neue Unschuld kann durch Entdecken erlangt werden, welche Hoffnung für die Zukunft bringt. Die Sonne reflektiert Glück und Zufriedenheit, Lebendigkeit, Selbstbewußtsein und Erfolg.

Das Gericht Gericht, Wiedergeburt, Innerer Ruf, Freisprechung

Die Auferstehung vor dem jüngsten Gericht. Der Erzengel Gabriel bläßt eine Fanfare von der das rote Kreuz des heiligen Georg herabhängt. Eine Menschengruppe mit grauer Haut steht, die Arme ausgestreckt, da und schaut zu Engel Gabriel in Ehrfurcht auf. Die Menschen steigen aus ihren Gräbern auf. Dies steht für die unüberwindlichen Hindernisse und die unmögliche Vermeidung des Gerichts. Die Karte wird als ein Signal für eine unabwendbare Entscheidung gesehen. So wie die Karte die Auferstehung symbolisiert, kann sie auch interpretiert werden als die Wiederkehr der Wesen der Vergangenheit. Die Karte repräsentiert auch das Versprechen Gottes auf ein Leben nach dem Tod. In Anbetracht dessen, kann die Karte als ein Vorschlag angesehen werden, neu anzufangen und die Vergangenheit zu klären.

Die Welt Integration, Errungenschaft, Einbindung, Erfüllung

Ein nackter Hermaphrodit tanzt über der Erde einen Stab in jeder Hand haltend. Er ist umgeben von eimem grünen Blätterkranz und wird von den vier Evangelisten beobachtet. Zusammen bilden sie die fünf Elemente. Sie sind die Repräsentanten der natürlichen Welt. Die Welt repräsentiert ein Ende eines Lebenszyklus, eine Pause im Leben vor dem nächsten großen Zyklus der wieder mit dem Narren beginnt. Die Figur ist gleichzeitig männlich und weiblich, unten und oben, eingehängt zwischen Himmel und Erde. Die Karte weist auf Vollkommenheit hin und steht für den Zustand der wiederhergestellten Welt. Das Gesetz der Offenbarung soll zum höchsten Grad der natürlichen Perfektion führen.


Die kleinen Arkana (auch: kleines Arkanum) bestehen aus vier mal vierzehn Karten in vier unterschiedlichen Farben oder Reihen, die jeweils aus zehn Zahlenkarten (1 (=Ass) bis 10) und vier meist Hofkarten genannten Karten bestehen. Einzelne Decks verändern diese Anzahl, wie das obengenannte Universal-Tarot. Einige wenige Decks nummerieren entweder die Karten von 1 bis 14 durch, oder verzichten sogar auf Farben, und nummerieren diese Karten von 1 bis 56 durch. Es ist allerdings teilweise umstritten, ob es sich bei solchen Decks noch in jedem Fall um Tarot-Karten handelt, oder bereits um eigene Deutungssysteme.

Das Prinzip der Farben der Zahlenkarten ist aus normalen Kartenspielen bekannt. Sie sind beim Tarot identisch mit den Farben italienischer, spanischer und portugiesischer Kartendecks. Bei Letzteren werden die vier Farben moderner, normaler Kartenspiele nach wie vor mit den alten Namen bezeichnet, auch wenn das entsprechende, ursprüngliche Symbol nicht mehr vorhanden ist: Karo wird Ouros (‚Gold‘), Kreuz Paus (‚Stäbe‘), Herz Copas (‚Kelche‘) und Pik Espadas (‚Schwerter‘) genannt. In verschiedenen Kartensystemen entsprechen sich die Bezeichnungen wie folgt:

Tarot Französische Karten Deutsche Karten
Schwerter Pik Blatt
Kelche Herz Herz
Stäbe Kreuz Eichel
Münzen Karo Schellen

Es gibt gewisse Variationen in der Benennung der Farben; wobei bei „freien“ Decks der Variationsmöglichkeit nur wenige Grenzen gesetzt sind. Meist aber werden die vier Farben mit den vier klassischen Elemente, also Feuer, Wasser, Luft, Erde assoziiert. Gelegentlich wird ein fünftes Element, Leben oder Geist angenommen, das dann mit dem großen Arkanum assoziiert wird. Entsprechend wird verfahren, wenn nicht auf die europäische vier-Elemente-Lehre, sondern auf die chinesische Fünf-Elemente-Lehre (Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz) bezug genommen wird; dies ist vor allem bei Decks mit einem asiatischen Thema der Fall.

Die häufigsten Benennungen und Zuordnungen, sowie die des Tarot der Ursprünge als Beispiel für ein freies Deck. Die Zuordnung im Crowley-Tarot entspricht der klassischen Zuordnung (Rider-Waite), nur dass die Münzen als Scheiben bezeichnet werden.

Element Tarot
Rider-Waite
Tarot
alternativ
Tarot der
Ursprünge
typische Bedeutung
Feuer Stäbe Äste, Stöcke Natur Wille, Kraft, Intuition
Wasser Kelche Schalen, Kessel Seele Emotion, Instinkt
Luft Schwerter Dolche, Messer Blut Denken, Intellekt
Erde Münzen Pentakel, Scheiben Schmuck Materie, Praktisches

Die häufigste Variation dieser Zuordnung ist die Assoziation der Schwerter mit Feuer und der Stäbe mit Erde. Dies erscheint einleuchtend, denn die Stäbe wachsen aus der Erde, die Schwerter werden im Feuer geschmiedet. Auch werden die Münzen/Pentakel dem Element Luft zugeordnet. Dies leuchtet ebenfalls ein, da Münzen in Form von Geld als Tauschmittel der Flüchtigkeit unterworfen sind.


Auch zur westlichen Astrologie werden in vielen Deutungssystemen des Tarot Verbindungen hergestellt. Ebenso gibt es einzelne Decks, die entsprechende Verbindungen zu anderen astrologischen Systemen herstellen; auf diese soll hier aber nicht eingegangen werden. Meist werden den einzelnen Karten die Tierkreiszeichen, Planeten und/oder astrologische Häuser zugeordnet, oft auch eines der vier Elemente, mit denen auch die Astrologie arbeitet. Deren Eigenschaften werden dann in die Deutung der jeweiligen Karte mit einbezogen. Allerdings herrscht keineswegs Einigkeit darüber, welches Zeichen zu welcher Karte gehört, und selbst einen Überblick zu geben würde den Rahmen des Artikels bei weitem sprengen. Daher als Beispiel nur die Zuordnung, wie sie Crowley für sein Tarot-System vornimmt.

Karte Planet /
Sternzeichen
Karte Planet /
Sternzeichen
Karte Planet /
Sternzeichen
0 Der Narr Uranus 8 Gerechtigkeit Waage 15 Der Teufel Steinbock
1 Der Magier Merkur 9 Eremit Jungfrau 16 Der Turm Mars
2 Die Hohepriesterin Mond 10 Rad des Schicksals Jupiter 17 Der Stern Wassermann
3 Die Herrscherin Venus 11 Die Kraft Löwe 18 Der Mond Fische
4 Der Herrscher Widder 12 Der Gehängte Neptun 19 Die Sonne Sonne
5 Der Hierophant Stier 13 Der Tod Skorpion 20 Das Gericht/Äon Pluto
6 Die Liebenden Zwillinge 14 Mäßigkeit Schütze 21 Die Welt Saturn
7 Der Wagen Krebs        

Auch eine der gängigen Erklärungen der angeblichen Wirksamkeit von Astrologie, die Synchronizität, haben viele Tarot-Autoren übernommen; insbesondere dann, wenn das Tarot zu divinatorischen Zwecken benutzt wird.

Literatur

  • Eckhard Graf: Mythos Tarot - historische Fakten, Param Verlag, Alberstedt 1989, ISBN 3-88755-004-8. (Geschichtliches Standardwerk über Mythen des esoterischen Tarots)
  • Thomas Körbel: Hermeneutik der Esoterik. Eine Phänomenologie des Kartenspiels Tarot als Beitrag zum Verständnis von Parareligiosität. Reihe: Religion und Biographie Bd. 6, Münster 2001; 456 S. ISBN 3-8258-5378-0. (Rezension Dr. Matthias Pöhlmanns, EZW-Referat Esoterik, Okkultismus, Spiritismus: Thomas Körbel, Hermeneutik der Esoterik. Eine Phänomenologie des Kartenspiels Tarot als Beitrag zum Verständnis der Parareligiosität, Münster/Hamburg/London 2001 (= Religion und Biographie 6), in: Theologische Literaturzeitung 129, Heft 4/2004, 366-367)
  • Martin Kriele u. Robert Spaemann (Hrsg.): Die großen Arcana des Tarot. Meditationen des Anonymus d’Outre-Tombe, Herder, Basel 1989, 4 Bd., ISBN 3-906371-01-8. (Christliche Hermetik. Interdizplinäre Arbeit über Tarot, welche Theologie, Gnosis, Hermetik und Psychologie verbindet. Bisher nichts damit Vergleichbares.)
  • Hildegard Piegeler: Tarot . Bilderwelten der Esoterik, Wilhelm Fink Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7705-4934-4

 

 

 

 

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinsammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.

(Kohelet, 3, 1-8)