Neumond

 

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."

 

Chinesisches Sprichwort

 

 

!!! new moon !!!

Foto via Wikimedia Commons.

 

 

 

Synonym: Hekate

Der Neumond ist die Phase des Mondes, in der er von der Erde aus nicht sichtbar ist. Astronomisch betrachtet steht der Mond, von der Erde aus gesehen, dann in Richtung der Sonne. Wir sehen somit nur seine unbeleuchtete Rückseite, damit ist er so gut wie unsichtbar, und kann nur in sehr klaren Nächten als schwach glimmende Scheibe wahrgenommen werden, da er noch ein wenig Sonnenlicht erhält, das von der Erde reflektiert wird.

 

 

 

Astrologisch handelt es sich um eine Konjunktion zwischen Sonne und Mond. Die Energien beider Himmelskörper - geistiges Bewusstsein (Sonne) und emotionale Geborgenheit (Mond) - treffen zusammen, werden gebündelt. Welche von beiden dominant ist, hängt von dem Tierkreiszeichen ab, in dem die Konjunktion stattfindet. In einem Wasserzeichen oder Erdzeichen erhält die Mond-Energie mehr Unterstützung; in einem Feuerzeichen oder Luftzeichen diejenige der Sonne. Darüber hinaus spielt auch die Aspektierung durch andere Planeten bei der Deutung eine Rolle.

Auf einer allgemeineren Ebene ist der Neumond ein Symbol für den Neuanfang. Vor allem in der esoterischen und in der karmischen Astrologie wird diese Symbolik als Allegorie für die Existenz schlechthin betont. Demnach "stirbt" der Mond, geht in das Paradies der Sonne ein und wird schließlich wiedergeboren. Die Menschen vieler Kulturen betrachteten und betrachten das Wiederauftauchen der Mondsichel nach Neumond als besonderes Ereignis.

 

 

 

"Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefasst sein."

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

 


 

 

"Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen."

 

Anton Bruckner

 

 


 

 

 

Neumondhoroskope sind vor allem wichtig in der Mundanastrologie. Sie werden gern berechnet, um die im anschließenden (neuen) Monat wirksamen Kräfte genauer zu erkennen. Aber auch, wenn ein genaues Geburts- oder Gründungshoroskop nicht zur Verfügung steht. Man weiß dann wenigstens um die herrschenden kollektiven Energien, die sich realisieren wollen.

Der vorgeburtliche Neumond spielt eine Rolle in der karmischen Astrologie. Er ist für alle innerhalb eines Monats geborenen Menschen gleich, und sagt etwas über karmischen Charakteristika (Schwierigkeiten und Aufgaben) dieser Kohort

 

 

 

 

"Denn wir fangen ja ständig neu an, astrologisch betrachtet oder nicht. Jede Progression oder jeder Transit, der in Konjunktion über einen Radix-Planeten läuft, jeder Umzug, jede berufliche Veränderung sind immer wieder ein Neuanfang, genau so wie der Neumond. Wenn man Neumondrituale macht, wird man immer weiser in Bezug darauf, was Neuanfang bedeutet."

 

 


 

 

Die Sonne und der Mond stehen bei Neumond in Konjunktion zueinander. Das symbolisiert zwar eine starke Energiekonzentration, aber sie ist noch außerhalb unseres Gesichtsfeldes. Der Energielevel ist zwar hoch, aber das Bewusstsein noch sehr niedrig, etwas, das gerade am Anfang häufig der Fall ist. Wir mögen zwar denken, wir würden uns in die gewünschte neue Richtung bewegen, aber typischerweise fangen wir unsere neuen Zyklen genauso an wie der junge Mond, im Dunkeln nämlich. Das hat etwas von Empfängnis, eine weitere göttliche Konjunktion, die sich unserem Blick entzieht. Wir wissen nicht wirklich, was wir da eigentlich angefangen haben, bis die Anfangsphase tatsächlich schon eine ganze Weile vorüber ist.

Im Dunkeln zu agieren bedeutet, dass wir unseren Weg erfühlen müssen und dabei nicht wissen, wo er überhaupt hinführt. Das passt zur speziellen Energie der Konjunktion - ob es sich dabei nun um einen Neumond, einen progressiven oder transitierenden Planeten in Konjunktion zu einem Radixplaneten oder auch um eine Konjunktion im Radix selbst handelt. Es findet eine Energiefusion statt, eine Verschmelzung von Kräften, die eine neue Gelegenheit erschaffen und auch etwas Verwirrung mit sich bringen. Ein Wunsch wird geweckt, aber zu welchem Zweck? Welcher Planet übernimmt die Führung? Kämpfen die Energien gegeneinander oder verbinden sie sich miteinander, um etwas Neues zu kreieren?

Doch auch wenn der Ausgang bei Neumond unklar ist, wir müssen einen Anfang machen. Und der erste Neumond-Test kommt gewiss. Angetrieben von Energie, ohne bewusste Absicht, können wir etwas neu erschaffen oder in unsere alten Gewohnheiten zurückfallen. Meist tun wir ohnehin das, was wir schon kennen, und halten uns von Veränderung möglichst fern. Ich habe damals das Brot gegessen, weil das mit meiner dreijährigen Lebenserfahrung eben das war, was man mit Brot machte. Woher sollte ich wissen, dass es für die Enten bestimmt war? Woher sollte ich wissen, dass es überhaupt Enten gibt?

 

 

 

Astrologie kann ihnen dabei helfen. Andere Planeten im Horoskop können das Potential fruchtbar machen, insbesondere Stellungen in den fixen Zeichen. Wenn das Horoskopbild sehr zerrissen ist, der Betreffende viele bewegliche und kardinale Planeten hat oder Platzierungen mit einer Null-Grad-Stellung, dann ist es unter Umständen besonders schwierig, ein klares Ziel ins Auge zu fassen. In dem Fall können Saturn oder Pluto eine gute Hilfe sein, sowohl im Radix als auch im Transit. Man sollte diesen Menschen dabei behilflich sein, ihre plutonische Besessenheit in eine Kraft zur Verbindlichkeit zu verwandeln, und sie dazu ermutigen, aus ihren saturnischen Ängsten und Begrenzungen Eifer und Sorgfalt für ihre Ziele werden zu lassen.

 

 

 

 

„Jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge fasst.“
 

Johann Gottlieb Fichte

 

 



Literatur:

Dane Rudhyar (mit Leyla Rael-Rudhyar): Der Sonne-Mond-Zyklus.

Eva Stangenberg: Neumond-Horoskope.

Astrowiki.

Moonprints Dana Gerhardt