Aspektfigur

 

 

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

A. Schopenhauer

 

 

 

Als Aspektfigur bezeichnet man drei oder mehr Aspekte innerhalb eines Radixhoroskops, die in der Horoskopzeichnung miteinander eine bestimmte Figur ergeben. Eine Aspektfigur ist einer von vielen Deutungsfaktoren im Horoskop

Die wichtigsten von ihnen sind:

                                            Großes Trigon

Synonyme: Erlösungsdreieck, Großes Talentdreieck

Das große Trigon ist eine Aspektfigur, bei der sich drei Planeten im Winkelabstand von jeweils 120 Grad, also im Trigon zueinander befinden. Sie bilden damit ein gleichseitiges Dreieck. Dieses Dreieck schließt in der Regel alle drei Zeichen eines Elementes ein. Die Huber-Schule bezeichnet es auch als Erlösungsdreieck. Wirft ein vierter Planet zu zweien des großen Trigons je ein Sextil (60 Grad), und zum dritten eine Opposition (180 Grad), hat man es mit einer Drachenfigur zu tun.

Das große Trigon verstärkt das Potenzial eines einfachen Trigons. Das aktivierte Element wird von dem Horoskopeigner als besondere Unterstützung bzw. als ziemlich "automatisch, flüssig und leichtgängig" erfahren. Die Eigenheiten dieses Elements müssen nicht erst erkämpft oder mühsam erarbeitet werden, sondern werden als eine Art "himmlisches Geschenk" erlebt.

                                            Großes Kreuz

  • Synonyme: Großes Quadrat; Leistungsviereck


Das Große Kreuz ist eine Aspektfigur, bei der sich vier Planeten im Winkelabstand von jeweils 90 Grad zueinander befinden, also vier Quadrate und damit ein geschlossenes Viereck bilden. Darüber hinaus befinden sich im Normalfall je zwei einander gegenüberliegende Planeten in Opposition.

Die Konstellation wirkt schon durch ihr Bild ausgesprochen stabil, aber auch unflexibel. Das große Kreuz gilt als starker analytischer Aspekt. Es symbolisiert eine Herausforderung, der man nicht ausweichen kann. Sie zu bestehen, erfordert einen erheblichen Einsatz und Aufwand. Durch den stabilen Charakter des großen Kreuzes ist aber auch die Bereitschaft vorhanden, die Hindernisse auszuhalten. Insofern enthält es die Chance, sich schwierigen Themen zu stellen, daran zu wachsen und sie zu meistern. Schlägt die Stabilität jedoch in Starrheit um, besteht die Gefahr, den Zeitpunkt zu verpassen, zu dem ein bestimmtes Thema losgelassen werden soll, oder man sucht Lösungen, indem man eine Aufgabe übers Knie bricht. Kommt es zu einer Auslösung eines der beteiligten Planeten, so sind immer gleichzeitig die anderen Planeten entweder durch Konjunktion, Quadrat oder Opposition mit betroffen. Dadurch wird sie besonders machtvoll.

Synonym: Davidstern

Eine sehr seltene Aspektfigur, bei der sich sechs Planeten im Winkelabstand von jeweils sechzig Grad, also im Sextil zueinander befinden, und dadurch ein Hexagramm bilden. Die Planeten stehen hier im Normalfall jeweils in Zeichen, die einander ergänzenden Elementen angehören, also entweder der Kombination Feuer und Luft oder Wasser und Erde.

Da man diese Figur ebenso als eine Überlagerung zweier Großer Trigone auffassen kann, wird sie auch Davidstern genannt. Neben sechs Sextilen stecken in ihm auch sechs Trigone, sowie sechs Oppositionen - und möglicherweise noch Konjunktionen.

Eine solche Konstellation verstärkt das Potenzial eines einfachen Sextils. Der Energiefluss ermutigt zu Arbeiten und Unternehmungen, die nicht länger aufgeschoben werden sollten. Die Unterstützung, die einem dabei zuteil wird, ist nicht so selbstverständlich wie bei einem Großen Trigon; dafür kann sie aber verbindlicher erscheinen, wenn die Gelegenheit tatsächlich ergriffen wird.

  • Synonym: Leistungsdreieck

Das T-Quadrat ist eine Aspektfigur, bei der sich zwei Planeten in Opposition (180 Grad) befinden und zu einem dritten je ein Quadrat (90 Grad) bilden. Die Qualität dieser beiden Aspekte, die als analytische Aspekte gelten und Herausforderungen darstellen, sind im T-Quadrat noch verstärkt. Der dritte Planet steht im Brennpunkt und trägt gewissermaßen die Spannung zwischen den beiden Planeten in Opposition aus; er befindet sich in deren Halbsumme. Umgekehrt verstärkt sich die Spannung zwischen den beiden Oppositionsplaneten durch den dritten.

Das Thema des T-Quadrats drängt sich im Leben des Betreffenden so vehement auf, dass es nicht ignoriert werden kann und ihn zwingt, etwas zu unternehmen. Von daher birgt es auch ein großes Wachstumspotenzial in sich. Wenn ein weiterer Planet mit den beiden Oppositionsplaneten durch Trigon und Sextil verbunden ist, wirkt dies entspannend/ entlastend und weist einen Weg, wie die einem gestellte Aufgabe gelöst werden kann.

 

 

 

 

Eines nur ist weise: die Erkenntnis, zu verstehen, wie alles überall gelenkt wird.

Heraklit

 

 

 

 

 

Synonym: Briefumschlag

Eine Aspektfigur, bei der zwei Planetenpaare (A und B sowie C und D) jeweils eine Opposition (180 Grad) bilden. A und D sowie C und B befinden sich außerdem im Sextil (sechzig Grad) zueinander, A und C sowie D und B im Trigon (120 Grad). Die Figur gleicht einem Briefumschlag, weshalb sie gelegentlich auch so genannt wird.

Mit den in den beiden Oppositionen (analytischer Aspekt) enthaltenen Spannungen kann der Horoskopeigner mithilfe der synthetischen Aspekte Trigon und Sextil leichter umgehen: Die Opposition zwischen A und B kann mit den Planeten C und D, die jeweils ein Trigon und ein Sextil zu ihr bilden, "entschärft" werden; C und D bieten die Möglichkeit eines Umwegs, der einen konstruktiven Umgang auf relativ leichte Weise zur Verfügung stellt. Dasselbe gilt für die Opposition zwischen C und D: Hier helfen A und B.

Synonyme: Finger Gottes

Projektionsfigur

Eine Aspektfigur, bei der ein Planet zwei Quinkunxe (150 Grad) bildet und die beiden anderen Planeten wiederum zueinander im Sextil (sechzig Grad) stehen. Im Brennpunkt befindet sich derjenige Planet, auf den die beiden Quinkunxe zulaufen (Spitze des Dreiecks).

Bei einem Quinkunx-Aspekt gilt es grundsätzlich, die Spannung zwischen den beteiligten Faktoren durch eine analysierende Herangehensweise zu bewältigen. Man fühlt sich zu einer Entscheidung zugunsten einer Seite aufgefordert. Das Sextil fördert jedoch einen sich gegenseitig befruchtenden Austausch der Kräfte.
Eine Yod-Figur verstärkt die Quinkunx-Thematik. Der Planet im Brennpunkt ist einer unterschwelligen Spannung ausgesetzt. "Diesem Planeten wird die ,Lebensaufgabe' zugeschrieben, er stellt den ,Finger Gottes' dar ...

Die Drachenfigur ist eine Aspektfigur, bei der ein so genanntes großes Trigon - also drei miteinander verbundene Trigone (120 Grad), die ein umlaufendes Dreieck bilden - um eine zusätzliche Komponente erweitert ist: Zwei der Planeten, die im Trigon-Aspekt zueinander stehen, sind jeweils im Sextil (60 Grad) mit einem weiteren Planeten verbunden, der wiederum zum dritten Planeten des großen Trigons in Opposition (180 Grad) steht. Derjenige Planet, der die beiden Sextile bildet, stellt den Mittelpunkt dieser Aspektfigur dar.

Die beiden Sextile und die Opposition ergänzen das große Trigon, das im Idealfall für einen unbeschwerten Energiefluss steht, aber auch die Gefahr der Trägheit birgt. So kommt Spannung durch die Opposition in die Figur, die für ein erhöhtes Maß an Bewusstheit sorgen kann. Die beiden Sextile bringen etwas Anregendes mit ein und fördern die Suche nach konstruktiven Ausdrucksmöglichkeiten.

 

 

 

Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.

F. Schiller


 

Kühlungsborn Drachensteigen

Foto via Wikimedia Commons.

Die Aspektfiguren in Kurzform nach der Huber-Schule(Astrowiki)