Sonne

 

 

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Wer glücklich ist, kann glücklich machen - wer`s tut, vermehrt sein eigenes Glück.
J.W.L.Glem

 

Monet - Straßenbrücke in Argenteuil

Foto-via Wikipedia Commons:Monet

 

 

 

Die Sonne ist das Zentralgestirn des Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt 1,392 Millionen Kilometer, die mittlere Entfernung von der Erde 149 597 870 Kilometer. Auf dem 360-Grad-Kreis, den sie bei ihrem scheinbaren Lauf um die Erde beschreibt, hat sie von dieser aus gesehen einen Durchmesser von etwa 32 Bogenminuten, also ca. ein halbes Grad (wie der Mond). Täglich legt sie im Durchschnitt 59,1 Bogenminuten zurück.

Die Sonne ist eine Kugel, physikalisch bestehend aus glühenden Gasen. Sie spendet der Erde Licht und Wärme. Durch ihre Anziehungskraft hält sie die Erde und die anderen Planeten des Sonnensystems auf ihren Bahnen.

Sie kann ebenso wie der Mond niemals rückläufig werden.

                                              Mythologie

Viele alte patriarchale Hochkulturen (Ägypter, Babylonier, Perser, Maya) erhoben die Sonne zu ihrer wichtigsten Gottheit am Himmel. In der griechischen Mythologie verkörperten zwei Götter das Sonnenprinzip: Helios und Apollon, der Zwillingsbruder der Mondgöttin Artemis (Mond). Helios lenkt jeden Tag einen Wagen mit vier feurigen Rossen von seinem Palast im Osten über den Himmel zu seinem Palast im Westen, angekündigt von Eos, der Morgenröte. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er alles sieht und alles hört. Deshalb wurde er bei Eiden als Zeuge angerufen. Phaeton, einer seiner zahlreichen Söhne, stieg eines Morgens in den Wagen und wollte es seinem Vater gleichtun. Doch er lenkte den Wagen zu hoch und stürzte ab.

Weit mehr als Helios genoss Apollon, der auch Phoibos (der Strahlende) hieß, die Verehrung der Menschen. Seine Domäne war die Kunst, vor allem die Musik, das Heilwissen, die Weissagung und das Bogenschießen. Apollon war ein Sohn des Göttervaters Zeus mit der Titanin Leto. Als Kind wurde er mit Nektar und Ambrosia genährt, eine Götternahrung, die ewige Jugend und Schönheit verleiht. Seine wichtigsten Errungenschaften waren das Orakel von Delphi, der Ort, wo er die hellseherische Schlange Python getötet hatte, sowie das Spiel der Laute und der Leier. Letztere hatte er von seinem Halbbruder Hermes erhalten (Merkur).

Ungeachtet seiner Schönheit und seiner künstlerischen Begabung gingen ihm Frauen und junge Männer, die er ebenfalls begehrte, lieber aus dem Weg - ein Symbol dafür, dass die Sonne, wenn sie ungehindert strahlt, für Sterbliche kaum zu ertragen ist. Man muss sich vor ihr schützen. Zudem war Apollon ein Verfechter patriarchaler Strukturen. Wenn es darum ging, die Vorherrschaft des männlichen Prinzips zu festigen, war er besonders aktiv.

Sein Orakel in Delphi hatte den Leitspruch: "Erkenne dich selbst - damit du Gott erkennst!". Dies charakterisiert auch die von der Sonne im Horoskop gestellte Aufgabe.

                                            Deutung

Wie der Mond, so wird auch die Sonne in der Astrologie als Planet, also Wandelstern, bezeichnet, da beide zu den bewegten Körpern am von der Erde aus sichtbaren Himmel gehören; im Gegensatz zu den Fixsternen.

Die Sonne steht als Symbol für die Lebenskraft schlechthin. Im Horoskop ist sie das Kernstück der Persönlichkeit. Es ist eine Lebens- und Entwicklungsaufgabe, das zur Entfaltung zu bringen, was sie durch ihre Hausstellung und das Tierkreiszeichen, in dem sie sich befindet, an Potenzial enthält ( = Selbstverwirklichung). Sie ist somit grundlegend für die Identität eines Menschen, aber auch für sein Selbst und die Entwicklung dorthin. Hieraus erklärt sich, warum die Trivialastrologie allein das Sonnenzeichen berücksichtigt, das so genannte Sternzeichen. Es hat im Horoskop eine herausragende Bedeutung, wenngleich es viel zu kurz greift, dieses zur ausschließlichen Deutungsgrundlage zu nehmen.

Der Mond ist der Sonne gegenüber nicht minder wichtig. Der Unterschied besteht darin, dass er etwas passiv aufnimmt und es verarbeitet ("weibliches" Prinzip), wohingegen die Sonne aktiv in die Welt hinein erschafft ("männliches" Prinzip). Die Sonne, als aktiv-schöpferisches Prinzip, bildet im Individualhoroskop die väterliche Seite ab. Im engeren Sinn steht sie also für den Vater oder eine andere Autoritätsperson. Im Horoskop eines Mannes zeigt die Sonne, zusammen mit dem Mars, seine männliche Identität. Entsprechend geben Sonne und Mars im Horoskop einer Frau Auskunft über deren Männerbild (Animus).

Sie steht darüber hinaus für den Willen, für Geist und Bewusstsein, für das Prinzip, das - kreativ - etwas erschaffen möchte. Sie ist der Dirigent im Orchester der Planeten und besitzt als solche eine integrierende Kraft. Einem kleinen Kind steht die volle Sonnenkraft noch nicht zur Verfügung, sie beginnt sich erst nach dem siebten Lebensjahr oder später zu entwickeln.

Mit ihrer Haus- und Zeichenstellung im Horoskop beschreibt die Sonne den zentralen Bereich sowie die Art und Weise der Selbstentfaltung. Planeten und Achsen, zu denen sie einen Aspekt bildet, sind darin mit eingebunden

 

 

 

 

Jeder hat sein eigen Glück unter den Händen, wie der Künstler eine rohe Materie, die er zu einer Gestalt umbilden will. Aber es ist mit dieser Kunst wie mit allen; nur die Fähigkeit wird uns angeboren, sie will gelernt und sorgfältig ausgeübt sein.

Goethe

 

 

 

 

Mundanastrologisch

steht die Sonne für die Instititution an sich, z.B. für den Staat selbst, oder für seine Spitze, den Herrscher (Monarchen) bzw. Präsidenten ("König"). Außerdem für den Verwaltungsapparat, die staatliche Autorität - um die es schlecht bestellt ist, wenn sie (etwa im Transit) gerade von Saturn angegriffen wird. Die - gute oder schlechte - Stellung der Sonne gibt in einem Mundanhoroskop Auskunft über die Entwicklungsmöglichkeiten der Einrichtung. In Firmen repräsentiert sie den Vorgesetzten, Chef (der das Sagen hat).

Ihr "Milieu" sind - echter, authentischer - Prunk und Glanz.

Wochentag der Sonne ist traditionell der Sonntag ("Sonnen-Tag", engl. sunday).

Im Transit, der nur einen oder zwei Tage spürbar ist, sorgt die Sonne für eine Bewusstwerdung bzw. Verlebendigung.

Sie regiert des Tierkreiszeichens Löwe und ist erhöht im Widder; im Wassermann befindet sie sich im Exil, und in der Waage im Fall.


Literatur:

Astrowiki

Herbert Freiherr von Klöckler: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung


Otto Rumburg, Horoskope und Politik

 

 

 

 

Was immer geschieht, an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen.
Anthony de Mello