Mondknoten

Ich fühle eine Kraft in mir, dich ich entwickeln muss,
ein Feuer, das ich nicht ersticken darf, sondern
anfächern muss, obschon ich nicht weiss, zu
welchem Ende es mich führen wird, und mich
nicht wundern würde, wenn es ein düsteres wäre.
Unter manchen Umständen ist es besser, der
Besiegte zu sein als der Sieger.

Vincent van Gogh

Destiny of marie de medici

Destiny of marie de medici-Rubens-Foto via Wikimedia Commons

Symbol: A36_153.gif (aufsteigender Mondknoten), A37_153.gif (absteigender Mondknoten)

Die Mondknoten sind keine Himmelskörper, sondern die Schnittpunkte zwischen der (scheinbaren) Bahn der Sonne, der Ekliptik, und der Bahn des Mondes um die Erde. Die beiden Schnittpunkte liegen einander genau gegenüber und bilden somit eine Achse. Diese Schnittpunkte ergeben sich, da der Mond nicht die gleiche Bahn nimmt wie die Sonne, sondern die Mondbahnebene vielmehr gegenüber der Sonnenbahnebene (die real betrachtet die Erdbahnebene ist) um 5 Grad 9 Minuten geneigt ist . Der Mond befindet sich teilweise nördlich der Ekliptik, teilweise südlich davon. Wenn er bei seinem monatlichen Umlauf die Ekliptik von Süden nach Norden überquert, so befindet er sich am "aufsteigenden" oder "nördlichen" Mondknoten; überquert er sie zwei Wochen später von Norden nach Süden, dann am "südlichen" oder "absteigenden" Mondknoten.

Die Mondknoten bleiben jedoch nicht an einer Stelle, sondern bewegen sich rückwärts durch den Tierkreis. Für einen vollständigen Lauf durch den Tierkreis benötigen sie 18 Jahre, 7 Monate und 9 Tage. Da Neumond- und Vollmondstellungen in der Nähe oder auf der Mondknotenachse zu Finsternissen führen (Neumond zur Sonnenfinsternis, Vollmond zur Mondfinsternis), hatte man früher die bildhafte Vorstellung, dass die Sonne bzw. der Mond von einem Drachen verschlungen würde, was den beiden Mondknoten die bis heute gebräuchlichen Namen Drachenkopf (aufsteigender) und Drachenschwanz (absteigender Mondknoten) eintrug.

In den meisten Horoskopzeichnungen wird nur der aufsteigende Mondknoten eingezeichnet. Der absteigende befindet sich diesem immer genau gegenüber.

                                          Deutung

 

Die Mondknotenachse vereinigt symbolisch Sonne und Mond miteinander, weil sich dabei die Sonnen- und Mondbahn treffen. So geht es allgemein gesprochen um die Begegnung zweier Pole. Der absteigende Mondknoten entspricht der Vergangenheit, sei dies die karmische (karmische Astrologie), also das, was jemand aus vergangenen Leben mitbringt, oder die Vergangenheit dieses Lebens, die Kindheit. Man muss also nicht der Idee von Karma und Reinkarnation anhängen, wenn man mit der Mondknotenachse arbeitet. Der absteigende Mondknoten zeigt auch das, was man "ererbt" hat. Der aufsteigende Mondknoten steht dagegen für die Zukunft, für das, wohin sich ein Mensch entwickeln soll (was häufig über Begegnungen, Beziehungen und Partnerschaften geschieht). Daher hat der aufsteigende Mondknoten auch Bedeutung für "Verbindungen" bzw. partnerschaftliche Entwicklungsaufgaben.

Manchmal wird der aufsteigende Mondknoten auch dem Planeten Jupiter zugeordnet, der absteigende dagegen dem Saturn. Dies ergibt keinen Sinn, wenn man die Planeten nur nach alter Manier als "Wohltäter" bzw. "Übeltäter" bezeichnet. Es stimmt jedoch insofern, als es beim absteigenden Mondknoten um schwierigere Themen (den persönlichen Schatten) geht, auch um zwanghafte Reaktionsmuster, wohingegen der aufsteigende Mondknoten Wachstumsmöglichkeiten anzeigt, sofern man sich den Problemen des ersteren stellte. Die Aufgabenstellung bei den Mondknoten ist also nicht, den einen hinter sich zu lassen, und dem anderen entgegenzueilen. Vielmehr soll es zu einem Ausgleich der beiden Pole kommen. Auf dieser Grundlage ist auch eine weitere Analogie zu verstehen: dass nämlich der aufsteigende Mondknoten sonnenhaft sei, und der absteigende mondhaft.

Die Mondknotenachse kann als ein übergeordnetes Thema des Horoskops angesehen werden. Die Hausstellung ist hier das individuellere und aussagekräftigere Kriterium, aber auch die Stellung in den Tierkreiszeichen hat durchaus ihre Bedeutung

Der absteigende Mondknoten spiegelt Kindheitserfahrungen wider, und zwar Themen, die dem Kind von früh auf vertraut sind. Es kann gewissermaßen schlafwandlerisch mit ihnen umgehen, woher auch der Eindruck rührt, es habe etwas aus einem früheren Leben in dieses hinübergerettet. Gerade weil die alten Reaktionsmuster so vertraut sind, besteht später immer wieder die Gefahr, dass man im Zweifelsfalle fast reflexhaft in die gewohnten ("bewährten") Verhaltensweisen zurückfällt und sich um keine Weiterentwicklung bemüht. Allerdings eckt das Kind und später der Erwachsene mit den zum absteigenden Mondknoten gehörenden Mustern auch oft an, erlebt sich diesbezüglich als unzulänglich und macht hier Mangelerfahrungen. Das Verhalten kann dann Flucht- und Suchtcharakter annehmen und bietet nur eine vermeintliche Sicherheit, keine wirkliche. Zugleich erscheint die Thematik des aufsteigenden Mondknotens wie ein leuchtendes Ideal, und stellt eine Aufforderung dar, sich in dessen Richtung hin zu entwickeln. Dieser "Ruf" wird im Laufe des Lebens deutlicher vernehmbar, insbesondere im Alter von achtzehneinhalb und siebenunddreißig Jahren, wenn der transitierende Mondknoten wieder an seine Geburtsposition zurückkehrt

Planeten am absteigenden Mondknoten oder im Quadrat zur Mondknotenachse sind meist schwierig zu handhaben und werden oft auch als defizitär erlebt. Hier gelte es, neue Ausdrucksformen im Umgang mit diesen "Scwächen" zu finden. Der Schweizer Astrologe Claude Weiss meint dazu: "So wird vor allem derjenige, der fähig ist, seine Vergangenheit zurückzulassen, mit Planeten am absteigenden Mondknoten positiv umgehen können. Damit löst er den ursprünglichen Widerspruch zwischen absteigendem und aufsteigendem Mondknoten auf. Er erlebt dann den Planeten am absteigenden, wie wenn dieser am aufsteigenden Mondknoten wäre, weil er die Verhaftung an den linearen Zeitablauf hinter sich gelassen hat."

Planeten am aufsteigenden Mondknoten oder im harmonischen Aspekt zur Achse können dazu genutzt werden, das Neuland kennen zu lernen, welches zu erkunden der aufsteigende Mondknoten einen auffordert


Literatur:

           Claude Weiss: Karmische Horoskopanalyse

 

  • Verena Bachmann: Mondknoten - So nützen Sie Ihre Entwicklungschancen im Horoskop. Heinrich Hugendubel Verlag 2008 
  • Bruno Huber; Louise Huber: Mondknoten Astrologie. API-Verlag, 2. Auflage 1993 
  • Howard Sasportas: Die Mondknotenachse - Der Schlüssel zum Horoskop. Chiron Verlag Tübingen 2003
  • Martin Schulman: Karmische Astrologie Bd.1: Die Mondknoten und Reinkarnation. Urania Verlag 2003
  • Jan Spiller: Astrologie und Seele - Die Mondknoten als Schlüssel zur Persönlichkeitsentfalt
  • Astrowiki

Die beste Erziehungsmethode für ein Kind ist, ihm eine gute Mutter zu verschaffen.

Christian Morgenstern/x/details.png