Mond

 

 

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’’Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.‘‘
Leonardo da Vinci

The Moon Luc Viatour

The Moon Luc Viatour-via Wikimedia Commons

 

 

 

Der Mond (lat. luna) ist der einzige natürliche Trabant der Erde. Sein Äquatordurchmesser beträgt 3476 Kilometer. Damit ist er der fünftgrößte Mond des Sonnensystems; er besitzt etwa ein Viertel des Durchmessers der Erde. Aufgrund seines im Vergleich zu anderen Monden recht geringen Größenunterschieds zu seinem Planeten bezeichnet man Erde und Mond gelegentlich auch als Doppelplanet.

Infolge der Gezeitenwirkung, die durch die Gravitation der Erde entsteht, hat der Mond seine Rotation während der Erdumrundung dieser in Form einer gebundenen Rotation angepasst. Das heißt, bei einem Umlauf um die Erde dreht er sich im gleichen Drehsinn genau einmal um die eigene Achse. Daher ist – abgesehen von kleineren Abweichungen, den Librationsbewegungen – von einem Punkt der Erdoberfläche immer dieselbe Mondseite ("Mondgesicht") zu sehen. Mit der Raumsonde Lunik 3 konnte 1959 erstmals die erdabgewandte Seite des Mondes beobachtet werden.

 

                                           Mythologie

In der Mythologie nahezu aller Völker wird der Mond mit Göttinnen in Verbindung gebracht. Ihre Anzahl ist kaum überschaubar, zumal den verschiedenen Mondphasen unterschiedliche Göttinnen zugeordnet werden. Bei den Thrakern hieß die Mondgöttin Bendis, bei den Ägyptern Isis, als ausnahmsweise männlicher Gott hieß er bei den Sumerern Nanna, in Ägypten Thot, in Japan Tsukiyomi, bei den Azteken Tecciztecatl und bei den Germanen Mani. Fast immer wurden Sonne und Mond dabei als entgegengesetzt geschlechtlich gedacht. Die älteste griechische Mondgöttin ist Selene, deren zwei Töchter Zeus zum Vater haben. Selene wurde später von Artemis (römisch Diana) verdrängt, der Zwillingsschwester Apollons, um die sich mehr Mythen ranken. Sie war die jungfräuliche Herrin der Jagd und der Tiere. In Begleitung ihrer jungen Gefährtinnen schweifte sie durch die Wälder. Männer, die ihr nicht genügend Respekt zollten, wurden hart bestraft, häufig mit dem Tode. Mit Artemis begann bei den Griechen die Zuordnung der Göttinnen zu den Mondphasen. Als unabhängige, wilde Reiterin symbolisiert sie den zunehmenden Mond. Sie ist aber auch eine alte Muttergottheit und hat als solche Bezug zum Vollmond. Dem trägt ihre "Verrücktheit" (engl. lunaticism) Rechnung - welcher der Vollmond nach Volksmeinung Vorschub leistet -, was in ihrer Grausamkeit, ihrer Ekstase und ihren teils phallischen Attributen zum Ausdruck kommt. Die weiblich-nährende Facette des Vollmondes repräsentiert Hera (lateinisch Juno), Gemahlin des Zeus und Hüterin von Familie und Heim. Hekate schließlich, die Furcht erregende Göttin des Dunkels und des Todes, gehört zum Neumond. Sie ritt in Volksmärchen nachts auf schwarzen Pferden aus und brachte den Menschen Alpträume. Bei den Kelten wurden die drei Gesichter der Mondgöttin durch Blodeuwedd, Morrigan und Ceridwen repräsentiert.

Selene: Bild: Wikipedia
Selene: Bild: Wikipedia

 

 

 

 

 

’’Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.‘‘
Samuel Butler

                                            Deutung

Der Mond gehört, zusammen mit der Sonne und dem Aszendenten, zu den drei wichtigsten Deutungsfaktoren in einem Horoskop. Als Himmelskörper, das ständig seine Gestalt ändert, ist er das Symbol für Werden und Vergehen. Er wird in der Astrologie, ebenso wie die Sonne, zu den "Lichtern" gezählt, allerdings "widerspegelndes", empfangendes Prinzip, dessen schöpferischer Akt darin besteht, etwas aufzunehmen, es umzuwandeln und dadurch Neues hervorzubringen - so wie er physisch das Licht der Sonne empfängt und einen silbrigen, geheimnisvollen Schein auf die Erde wirft.

Er steht im Horoskop für die Gefühle, das Gemüt, für Stimmungen - dafür, wie man äußere Eindrücke verarbeitet. Er zeigt mit seiner Haus- und Zeichenstellung, wie jemand instinktiv, unverstellt von Bewusstseinsprozessen, spontan reagiert. So ist es verständlich, dass kleine Kinder ihre Mondeigenschaften viel direkter ausleben als Erwachsene. Zu Beginn des Lebens ist das Mondprinzip das wichtigste überhaupt. Nach dem siebten Lebensjahr erhält das Sonnenprinzip mehr

Gewicht; manche betrachten sogar erst die Pubertät (mit Zwölf bis Vierzehn) als den Übergang zum Sonnenprinzip (Kinderastrologie).

Im späteren Leben weist die Mondstellung im Horoskop dann auf die Erfahrungen hin, die ein Mensch in der Kindheit gemacht hat. Diese begleiten eine Person als "inneres Kind" ein Leben lang. So erklärt sich der Bezug des Mondes zur Vergangenheit, wobei man bei diesem Begriff nicht von einem linearen Zeitbegriff ausgehen kann (Zeit). Vielmehr geht es immer um die Vergangenheit, die - als Erinnerung, die man "in sich wiegt" - in die Gegenwart hineinwirkt. Die karmische Astrologie sieht deshalb den Mond auch als "Gefäß karmischer Erinnerungen der Seele".

Der Mond symbolisiert das Nachtbewusstsein, wie es sich in Träumen, aber auch kurz vor dem Einschlafen oder in nächtlichen Wachphasen manifestiert. Zugleich steht er für das Instinkthafte, für das, was einem Menschen Wohlbehagen, Schutz und Geborgenheit verschafft, und für seine Bedürfnisse.

Er stellt das weibliche Prinzip dar, und zwar im fürsorglichen, mütterlich-nährenden Sinne. Personenbezogen, steht er im Horoskop eines Menschen für dessen Mutter. Der Umlauf des Mondes um die Erde steht auch in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus der Frau. Von daher ist er im Horoskop einer Frau Teil ihrer weiblichen Identität, zusammen mit der Venus. Entsprechend geben diese beiden Planeten im Horoskop eines Mannes Auskunft über dessen inneres Frauenbild (Anima). Sofern eine Frau Kinder hat, sagt die Stellung des Mondes etwas über ihre Mutterschaft aus, ebenso über ihr(e) Kind(er). Auf einer konkreten Ebene versinnbildlicht er die Wohnung bzw. das Zuhause, Heim und Familie.

Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse bezieht der Mond den betreffenden Horoskopfaktor in die Gefühlswelt mit ein.

Im Transit, der nur wenige Stunden spürbar ist, ist er Anzeiger von Stimmungen und Launen ("lunae").

Mundanastrologie

Im Horoskop eines Landes oder eines Politikers steht der Mond für das Volk, die Volksmasse, breite Öffentlichkeit, auch für Popularität. Und natürlich für die Frauen- und Mütterbelange, für Kinder- und Familienangelegenheiten.

Sein "Milieu" (Orte) sind feuchte Wälder, Sumpfwiesen; Elendsquartiere, das Zuhause ("my home is my castle").

Transite und Direktionen des Mondes geben Auskunft über gesellschaftlich fällige Wechsel und Veränderungen

Wochentag des Mondes ist von altersher der Montag ("Mond-Tag", engl. monday


 

 

Literatur:

  • Wikipedia zur Astronomie des Mondes
  • Wikipedia zum Mondgesicht
  • Die Mondphasen
  • Wikipedia zum Kalender
  • Der Kalender

Michael Roscher, Der Mond - Astrologisch-psychologische Entwicklungszyklen.

Astrowiki

 

  1. Herbert Freiherr von Klöckler: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952
  2.  Claude Weiss: Karmische Horoskopanalyse, Bd.2. Wettswil 1997,.
  3. Rüdiger Dahlke: Krankheit als Symbol. München 1996
  4. Otto Rumburg, Horoskope und Politik

 

 

 

 

’’Selbst der Schmerz, den man für unvergänglich hält, dass selbst er eines Tages vergeht und verweht.‘‘
Jack London