Jupiter

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Mythology

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Vergiss nicht - man braucht nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.

- Marc Aurel

Jupiter ist nachts von der Erde aus mit bloßem Auge zu erkennen. An seiner größten Helligkeit gemessen ist er – nach Sonne, Mond und Venus – das vierthellste Objekt am Himmel, das bei entsprechender Planetenkonstellation sogar heller leuchten kann als die Venus.

Er läuft auf einer annähernd kreisförmigen Umlaufbahn und ist gekennzeichnet durch eine Reihe von Maxima: er ist der massereichste Planet, besitzt 2,5-mal so viel Masse wie alle anderen Planeten zusammen (318 Erdmassen). Er ist nicht nur der schwerste, sondern auch der größte Planet: sein Durchmesser entspricht rund elf mal dem der Erde. Der mittlere Abstand von der Sonne liegt bei 778,4 Millionen Kilometer (ca. 5,2 AE). Für einen Umlauf um sie benötigt er knapp zwölf Jahre. Seine maximale Tagesbewegung ist 12,76 Bogenminuten; im Durchschnitt sind es 5 Bogenminuten. Er ist der Planet, der sich am schnellsten um seine Achse dreht: seine Rotationsperiode (d.h. die Länge eines Jupitertages) beträgt knapp zehn Stunden, was auf Grund der Fliehkräfte zu einer Abflachung der Pole führt

                                                Mythologie

Durch seine große Helligkeit war der Planet Jupiter schon in der ersten Hälfte des dritten Jahrtausends v.Chr. im Alten Ägypten als die Himmelsgottheit Hor-wepesch-taui bekannt; in Mesopotamien als Sag-me-gar; von den Babyloniern später als mul-bab-bar ("weißer Stern") mit dem Gott Marduk identifiziert. Der Name „Jupiter“ geht auf das proto-indoeuropäische dyeu ph ter zurück, was „Gott-Vater“ bedeutet.

Bei den Griechen war Zeus (lateinisch Jupiter) der höchste Gott. Er trug u.a. den Beinamen "Blitzeschleuderer". Mit seinen Brüdern Poseidon (lateinisch Neptun), dem Meeresgott, und Hades (lateinisch Pluto), dem Gott des Totenreichs, teilte er sich die Herrschaft über das Universum. Seine Attribute sind ein Bündel von Blitzen in der Hand und der ihn begleitende Adler als Zeichen der Macht; oft wird er thronend dargestellt. Sein heiliger Baum ist die Eiche, daher wird er gelegentlich auch mit einem Eichenkranz abgebildet. Er war ein Sohn von Rhea und Kronos (lateinisch Saturn). Letzterer hatte seinen Vater Uranos entmannt und so die Herrschaft über die Welt erlangt. Aus Angst, ihm könnte das Gleiche widerfahren, verschlang er seine Kinder nach deren Geburt. Rhea konnte Zeus vor diesem Schicksal bewahren, indem sie Kronos einen in Windeln gewickelten Stein gab. Den Neugeborenen schmuggelte sie nach Kreta, wo ihn Nymphen versteckten und aufzogen. Im Mannesalter machte er sich dann auf, seine Geschwister zu befreien und den Vater zu stürzen. Er fand Unterstützung bei der Nymphe Metis, die Kronos ein Brechmittel gab, so dass er alle anderen Kinder gemeinsam mit dem Stein wieder ausspie. Der Kampf gegen Kronos, der die Macht nicht einfach abgeben wollte, dauerte zehn Jahre. Die olympischen (= die auf dem himmlischen Berg Olymp wohnenden) Götter besiegten unter des Zeus Führung die alte Göttergeneration der Titanen und setzen sich erfolgreich gegen die Machtansprüche der Giganten zur Wehr.

Neben seiner Gemahlin Hera, die unter anderem die Göttin der Ehe war (lateinisch Juno), hatte Zeus eine unüberschaubare Zahl von Bettgefährtinnen - freiwillige und unfreiwillige. Wenn Zeus eine Frau begehrte, nahm er sich, was er wollte, mit List oder Gewalt. Bei seinen Liebschaften wechselte er zumeist die Gestalt und verwandelte sich in Tiere, Menschen, Götter oder auch Dinge. Europa entführte er beispielsweise in Gestalt eines wunderschönen Stieres, Leda näherte er sich in Gestalt eines Schwans, Antiope trat er als Satyr oder Stier gegenüber, und Callisto, einer Jungfrau aus dem Gefolge der Diana, zeigte er sich als ihre Herrin. Für Alcmena verwandelte er sich in ihren Gatten Amphitryon, für Danae in Goldregen und Aegina zeigte er sich in Flammengestalt. Auch liebte er den Jüngling Ganymed, den er in Adlergestalt von der Erde weg raubte und als Mundschenk auf den Olymp versetzte.
Die Zahl der Nachkommen des Zeus war groß, seine Ehe mit Hera-Juno Schauplatz ständiger Auseinandersetzungen. Hera verfolgte unnachgiebig die Geliebten ihres Gatten, sowie die daraus hervorgegangenen Kinder. Wo immer er konnte, schützte Zeus die Frauen mit seinen Kindern und strafte Hera für ihre Unerbittlichkeit.

Der Jupiterkult war bis zum Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. Staatsreligion des Römischen Reiches. Sein bedeutendstes Heiligtum befand sich auf dem Kapitol. Der nördliche, höhere Gipfel des Kapitols hieß arx („Burg“). Hier endete die Prozessionsstraße Via sacra („Heilige Straße"), und hier befand sich die Beobachtungsstätte der Auguren, die den göttlichen Willen erkunden ond auslegen sollten, indem sie den Flug der Vögel studierten.

Wenn Jupiter sich seiner Herrschaft sicher fühlte, war er ein unparteiischer, großherziger Göttervater, der die Geschicke im Himmel und auf der Erde sinn- und würdevoll lenkte. Die Menschen der Antike zollten ihm großen Respekt.
Wegen der Zuordnung Jupiters zu Glück und Heiterkeit wurde aus dem lateinischen Wort iovialis („zu Jupiter gehörend“) das Wort Jovialität abgeleitet (gönnerhaft bzw. jupiterähnlich).

 

 

 

Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden. - Nicolas Chamfort

                                         Deutung

Jupiter zählt zusammen mit Saturn zu den gesellschaftlichen Planeten. Durch ihre längeren Umlaufzeiten zeigen sie, anders als die persönlichen Planeten Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars, größere Entwicklungen an, die Menschen eines oder mehrerer Jahrgänge miteinander verbinden. Da Jupiter durchschnittlich ein Jahr für den Durchlauf durch ein Tierkreiszeichen benötigt, befindet er sich bei allen Menschen, die innerhalb dieses Zeitraums geboren wurden, im selben Zeichen. Wie Saturn, so steht auch Jupiter für Kräfte, die über das, was für die Entfaltung der Persönlichkeit eines einzelnen Menschen nötig ist, hinausgehen, nämlich gesellschaftlich Relevantes. Bei Jupiter sind dies Gerechtigkeit im Sinne einer höheren Ordnung, Moral, Ethik, sowie Religion als göttliche Regelung. Diese Dinge ermöglichen das Zusammenleben vieler Menschen in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft

Wenn Jupiter agiert, macht er ganz und heil, er bringt Verstehen, Weisheit, aber auch Aufschwung, er entwickelt die Dinge, beschleunigt (dynamisiert) sie - im Guten wie im Bösen. Er steht für das Prinzip der Expansion, und sagt mit seiner Haus- und Zeichenstellung im Horoskop eines Menschen etwas darüber aus, in welchem Bereich und auf welche Weise dieser seinen Horizont zu erweitern sucht - sei es durch Reisen in ferne Länder und die Beschäftigung mit anderen Kulturen, durch philosophische und weltanschauliche Betrachtungen, oder eine religiöse Überzeugung. In dem Haus, in dem Jupiter im Horoskop steht, sucht man nach höheren Werten, nach Sinn und möchte über sich selbst hinauswachsen.

Bei Jupiter geht es um das "größere Ganze", um ein ein ganzheitliches Erfassen, im Gegensatz zu Merkur und dessen Sinn fürs Detail bzw. Fähigkeit, einzelne Fakten zusammenzutragen.

Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse sorgt Jupiter für eine Erweiterung und Sinngebung des angesprochenen Prinzips. Bei harmonischer Aspektierung "läuft" es in dem jeweiligen Bereich einfach gut, wiewohl damit unter Umständen auch eine unproduktive Bequemlichkeit bis Trägheit vorhanden sein kann. Bei schwieriger Aspektierung besteht möglicherweise eine Neigung zur Maßlosigkeit, man will zu viel oder schießt über das Ziel hinaus.

Ganz ähnlich verhält es sich, wenn Jupiter einen Planeten oder eine Achse im Transit berührt. Jupiter-Transite sollten jedoch nicht überschätzt werden, sind sie doch meist nur von kurzer Dauer und nicht sehr nachhaltig. In der Regel ist ein Jupiter-Transit allenfalls, wenn es sich um einen Dreifachtransit handelt, als wichtig zu bewerten.

Die klassische Astrologie benannte Jupiter als das "große Glück", im Unterschied zur Venus, die für das "kleine Glück" stand.

Mundanastrologisch

steht er für die Führungsetagen von Institutionen, bei einem Staat für den Kanzler, Premier oder Präsidenten, für Topmanager, Spitzenfunktionäre, Bankiers und den Adel. Ebenso für Kirchenfürsten und Richter, bzw. für Kirche und Justiz generell. Er symbolisiert Humanität und Moral, aber auch Ansehen und Anerkennung, wirtschaftlichen Wohlstand/ Prosperität, Wachstum und Glück, und nicht zuletzt das Ausland (Außenhandel, Internationales/ Völkerverständigung, Multikulti).

Typische Jupiter-Orte sind Kirchen, Tempel, sowie Reisebüros.

Jupiter-Berufe sind der Priester, Philosoph, Richter, der Großbauer/ Großgrundbesitzer, und der Reiseleiter.


Literatur:

  • Astrowiki ,Wikipedia zu Jupiter als Planet
  • Wikipedia zu Jupiters Mythologie
  1.  Herbert Freiherr von Klöckler: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952 S. 41 ff.
  2.  s. Jakobs Verrenkung der Hüfte bei seinem Ringen mit Gott in 1.Mose,32
  3. Otto Rumburg, Horoskope und Politik, Bietigheim 1973

 

 

 

 

Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich. - Ludwig A. Feuerbach