Ceres

 

Ein erfülltes Leben kann sich jeder Mensch leisten. Rene Esteban.

 

 

Ceres ist ein Kleinplanet der die Sonne in der Mitte des Asteroidengürtels, in 1682 Tagen oder (siderisch) 4,6 Jahren umkreist. Ihr Durchmesser beträgt 906 bis 960 Kilometer.

Sie ist das größte und massereichste Objekt des Asteroidengürtels im inneren Sonnensystem, hat etwa die 3,5fache Masse des schwersten Asteroiden, der Vesta, und vereinigt in sich etwa 30% der Gesamtmasse des Asteroidengürtels.

Ceres wurde als erster der Asteroiden am 1. Januar 1801 etwa um 20:00 Uhr von Giuseppe Piazzi auf der Sternwarte in Palermo (Sizilien) gesichtet. Der Entdecker nannte den neuen kleinen Planeten nach der Patronin seiner Heimat Sizilien, der Göttin der Fruchtbarkeit, von Ackerbau und Ernährung.

Wie sich herausstellte, bewegte sich Ceres tatsächlich zwischen Mars und Jupiter, genau in dem von der Titius-Bode-Reihe vorhergesagten Abstand, um die Sonne. Sie wurde daher - wie der 1781 entdeckte Uranus - erst als Planet betrachtet, womit sich die Anzahl der Planeten im Sonnensystem zunächst auf acht erhöhte. Als dann jedoch die Zahl der zwischen Mars und Jupiter gefundenen Himmelskörper um 1850 rasch anstieg, setzen sich für diese Objekte die Bezeichnungen „Kleine Planeten“, „Kleinplaneten“, „Planetoiden“ oder „Asteroiden“ durch. Eine Neufassung des Planetenbegriffs durch die IAU führte 2006 dazu, dass Ceres jetzt gemeinsam mit Pluto, Eris, Makemake und Haumea als Zwergplanet klassifiziert wird.

Mythologie

Ceres wurde von den Römern schon früh mit der griechischen Demeter gleichgesetzt. Diese war eines der sechs Kinder von Rhea mit Kronos Ihre Brüder waren Zeus Poseidon und Hades ihre Schwestern Hestia und Hera Zwar gehörte sie zu den zwölf großen olympischen Gottheiten, doch hielt sie sich im Reich ihres machtbewussten Bruders Zeus nur selten auf. Sie liebte die Erde, insbesondere die fruchtbaren Mittelmeerinseln wie Sizilien. Dort sorgte sie mit ihrem Großmut für Üppigkeit und Lebensfreude. Im griechischen Eleusis gab es in der Antike ein ihr bzw. Demeter gewidmetes Heiligtum.

 

 

Je länger der Mensch Kind bleibt, desto älter wird er. Novalis

 

 

Demeter und Persephone

Bekannt ist vor allem der Mythos um ihre Tochter Persephone. Zeus hatte diese, ohne Demeter zu fragen, seinem Bruder Hades zur Frau versprochen. Um dieses Versprechen einzulösen, lockte Zeus Persephone auf eine Waldwiese mit wunderschönen Narzissen, den Blumen des Hades. Demeter hatte ihrer Tochter zwar schon frühzeitig eingeschärft, diese Blumen niemals anzurühren. Die junge Frau konnte jedoch nicht widerstehen und pflückte eine der Blumen. Daraufhin tat sich vor ihr die Erde auf, Hades erschien mit seinen schwarzen Rossen und entführte sie in sein Reich.

 

 

Demeter und Persephone lehren Triptolemus

Als ihre Tochter nicht wieder auftauchte, machte sich Demeter neun Tage und Nächte auf die Suche nach ihr. Dann erfuhr sie durch, was passiert war. In ihrer Trauer über den Verlust ließ sie alles Leben auf Erden verdorren: Menschen und Tiere drohten auszusterben, und Zeus musste fürchten, dass ihm künftig keine Opfer mehr dargebracht würden. So schickte er verschiedene Boten zu seiner Schwester, doch diese war in der Trauer um ihre Tochter nicht zu besänftigen. Um nicht alles irdische Leben der Vernichtung anheim zu geben, handelte Zeus schließlich mit Hades um Persephone und erreichte deren Rückkehr. Hades gab seiner Frau für den Rückweg aus der Unterwelt jedoch einen Granatapfel mit, das Symbol für die Ehe. Als sie von diesem aß, war sie für immer mit dem Unterweltsherrscher verbunden. Am Ende einigten sich die Götter darauf, dass Persephone zwei Drittel des Jahres bei ihrer Mutter Demeter über der Erde leben sollte und ein Drittel - nach der Erntezeit - bei ihrem Gemahl in der Unterwelt. Demeter war damit einverstanden und gab der Erde das Leben zurück.

Zu der Zeit, als Demeter auf der Suche nach Persephone war, nahm sie die Gestalt einer alten Frau an und nannte sich Dosa, um unerkannt zu bleiben. Als sie von Celeus freundliche Gastfreundschaft empfing, wollte sie einen seiner Söhne zum Dank unsterblich machen. Sie wählte zunächst Demophon, den "Menschenmörder", wurde aber während des Rituals von seiner Mutter, Metanira, dabei unterbrochen, und sie überzeugte Demeter, doch Triptolemus die Unsterblichkeit angedeihen zu lassen. Sie wählte diesen anschließend aus, den Menschen die Kunst des Ackerbaus zu bringen, und bildete ihn, nachdem sie Persephone befreit hatte, zusammen mit dieser aus. Später flog Triptolemus in

einem geflügelten Wagen über das Land, während Demeter und Persephone über ihn wachten und ihm halfen bei seiner Mission, den Griechen den Ackerbau beizubringen.

 

Deutung Astrologie:

In der astrologischen Deutung geht es bei Ceres um Wachstum (lat. crescere = wachsen), um Mütterlichkeit, Versorgung, Ökologie, aber auch um das Erwachsen-Werden und Loslassen. Nach Koch steht sie für die Betriebsamkeit des Bauernvolkes, aber auch für das Gegenteil der Agrikultur, nämlich für die Industrie (lat. industria = Fleiß), für Produktions-, Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum (zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung begann die sog. Industrielle Revolution, ernährungsmäßig interessanterweise auf der Basis der Kartoffel). Als "Mutter des Lebendigen" bzw. als größter Asteroid ist Ceres -Demeter antagonistisch (ein Gegenspieler) zu Pluto, dem "Herr der Toten" bzw. dem größten Himmelskörper des Kuipergürtels am Rande unseres Sonnensystems (mit welchem sie ja mythologisch über ihre Tochter Persephone verbunden ist).

Ceres bedeutet psychologisch auch die Herausforderung, das rechte Maß zu finden zwischen Behüten und Freilassen, zwischen Versorgen und Vernachlässigen. Sie mahnt einen, Kinder und sonstige Anvertraute nicht völlig zu vereinnahmen, sondern diese ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Auch Missbrauchsthemen und Essstörungen werden ihr zugeordnet.

Ceres scheint eine Beziehung zu haben zu den Zeichen Krebs und Jungfrau und könnte dort ihr Domizil besitzen bzw. erhöht sein. Außerdem gibt es wohl einen Bezug zur Stier/Skorpion-Achse, sowie zum Luftelement (zumal der Wind die von ihr ausgestreuten Samen verteilt).





 

Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen. P. Rosegger

 

 

 


 

Literatur:

 Astrowiki

- G. Fodera Serio; A. Manara; P. Sicoli: Giuseppe Piazzi and The Discovery of Ceres. Seite 19. Erschienen in: Asteroids III. A joint book project of the University of Arizona Press and the Lunar and Planetary Institute. 2001

-  http://ancienthistory.about.com/od/godsmyth/ig/Gods-and-Goddesses/Demeter-and-Persephone.--yr.htm

-   Kritik der astrologischen Vernunft, S. 233ff. Dieter Koch

 

Chase William Merritt Gravesend Bay c1888

Chase William Merritt Gravesend Bay c1888-via Wikimedia Commons.