Claudius Ptolemäus

 

 

 

 

Die Erfindung des Buchdruckes ist das größte Ereignis der Weltgeschichte.
Victor Hugo

 

 

Über das Leben von Claudius Ptolemäus, des bekanntesten Astrologen und Astronomen der Antike, weiß man relativ wenig. Vermutlich lebte er zwischen 100 und 160 n.Chr.; manche Quellen siedeln ihn auch zehn bis fünfzehn Jahre früher an. Er war griechischer Abstammung, und wirkte im ägyptischen Alexandria.
Die Tetrabiblos von Ptolemäus gilt neben den Matheseos libri octo von Firmicus Maternus und der Anthologiae des Vettius Valens oder der Carmen Astrologicum des Dorotheos von Sidon und der Astronomica von Manilius als eines der wichtigsten antiken Astrologie-Werke

 

 

Für Ptolemäus waren Naturwissenschaft und Astrologie eins. In seinem Werk "Almagest" (eigentlich: "Megale syntaxis tes astronomias") fasste er die Arbeiten früherer griechischer Astronomen zusammen. Es behandelt unter anderem die Berechnung von Sonnen- und Mondfinsternissen, und enthält Theorien über Sonne, Mond, die Planeten und Fixsterne, sowie einen Sternenkatalog mit über tausend Objekten. Diese Fakten halfen noch den Astronomen der Neuzeit, die Eigenbewegung der Fixsterne zu berechnen. Darüber hinaus systematisierte er das geozentrische Weltbild - was auch in der Bezeichnung "Ptolemäisches Weltbild" zum Ausdruck kommt, welches wie die meisten seiner Theorien bis zur kopernikanischen Wende das Bewusstsein der Menschen prägte. Die auch zu seiner Zeit schon verbreitete Spekulation des griechischen Astronomen Aristarch von Samos über ein heliozentrisches Weltbild geriet nach Veröffentlichung des Almagest für über ein Jahrtausend in Vergessenheit.

 

 

 

Die Welt allein bildet einen vollkommenen Menschen nicht. Das Lesen der besten Schriftsteller muss dazu kommen.
Gotthold Ephraim Lessing

                       Tetrabiblos

 

Zu einem der wichtigsten Bücher in der Geschichte der Astrologie wurde Ptolemäus' Werk "Tetrabiblos" (Vier Bücher). Darin systematisierte er das astrologische Wissen seiner Zeit und schuf wichtige Grundlagen für die Individual- und Mundanastrologie, den Häuser- und Tierkreis, die Elementenlehre, die Deutung der Planeten, die Prognose, sowie die Aspekte. Er vereinte darin endgültig den Tierkreis mit der auf den Stand der Planeten ausgerichteten Astrologie (Geschichte der Astrologie). Fixsterne außerhalb des Tierkreises verloren ihre astrologische Bedeutung. In der Einleitung schreibt er: "Die Sterndeutung beruht im Wesentlichen auf zwei Gundwissenschaften. Die eine, die Astronomie, lehrt uns die Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen, ihre Stellung zu jedem Zeitpunkt, sowohl untereinander als gegenüber der Erde. Die andere, die Astrologie, betrachtet die Veränderungen und Wirkungen, die von den Gestirnen hervorgebracht werden, gemäß den ihnen innewohnenden Kräften und dem Einfluss ihrer jeweiligen Stellung. Die erste verlangt ein unabhängiges geistiges Eindringen und ist dessen wert, auch wenn man sich nicht mit Sterndeutung befasst. Jetzt möchte ich aber von der zweiten Wissenschaft sprechen. Diese ist zwar nicht so wohl begründet und vollkommen, doch denke ich ihr auf philosophischem Weg beizukommen ..."

Die Tetrabiblos sind, neben den Matheseos libri octo des Firmicus Maternus und der Astronomica des Manilius eine der drei antiken "Säulen" der klassischen Astrologie, die uns heute noch so gut wie vollständig erhalten sind.

 

 

 

Persönlichkeiten, nicht Prinzipien, bringen die Zeit in Bewegung.

 Oscar Wilde

Ptolemaeus Magna Germania

Ptolemaeus Magna Germania-via Wikimedia Commons

 

 

 

 

 

 

Literatur:

-Ptolemäus, Claudius: Tetrabiblos. Chiron Verlag 2000

-Wikipedia: Almagest

-Zitiert nach Wilhelm Matthiessen / Wulf Haidyl: Die vier Bücher des Claudius Ptolemäus. J.J. Courvreur Verlag

-Astrowiki